Kein Highlight aber keineswegs schlecht
Von: Thorsten / thorsten_thrillbooks Datum: 22.01.2026
Die Todes-Reihe und auch die Rache-Reihe von Andreas Gruber finde ich grandios und nun wurde ein altes Buch von ihm neu aufgelegt und zwar „Herzgrab“ aus dem Jahr 2013. Ein ungelesener Gruber und das sollte sich jetzt ändern und die Fortsetzung „Herzfluch“ ist auch frisch auf dem Buchmarkt erschienen.
Worum geht’s in dem Buch?
Die junge Wiener Privatdetektivin Elena Gerink wird beauftragt den Maler Salvatore Del Vecchio zu suchen. Gleichzeitig ist ihr Ex-Mann Peter Gerink als Spezialist des Bundeskriminalamts nach Italien gefahren um eine verschwundene Österreicherin zu suchen. Schon bald erkennen sie, dass die Ereignisse zusammenhängen…
So wie es bei Gruber üblich ist, verfolgen wir als Leser lange Zeit beide Handlungsstränge im Wechsel und mit dem großartigen und detaillierten Schreibstil von ihm ist man als Leser von Anfang an in der Story drin. Der Mix aus Roadmovie, blutigen Thriller mit einigen Wendungen, tollen Charakteren und eine Prise Humor sind die Zutaten von „Herzgrab“.
Das Buch ist wie ein Roadtrip nach Österreich und Italien und man spürt die drückende Schwüle der Toskana und das Urlaubsfeeling. Auch die Beziehungen der Hauptpersonen und die kleinen Auseinandersetzungen und die tollen Dialoge fand ich gut in Szene gesetzt.
Obwohl ich nun ein paar positive Dinge genannt habe, war das Buch für mich kein Highlight. Teilweise merkt man, dass Gruber „Herzgrab“ schon relativ früh geschrieben hat bevor er überhaupt Bestsellerautor wurde und das Buch an einigen Stellen besonders mit der Spannung nicht ganz ausgearbeitet ist. Auch die Sicht des Opfers von der verschwundenen Österreicherin kam mir zu kurz. Nichtsdestotrotz mochte ich das Buch, seinen Schreibstil, seine Art Geschichten aufzubauen und Charaktere zu zeichnen.
Für Gruber Fans eher mittelmäßig, trotzdem gut und daher keineswegs ein schlechtes Buch.