Sogar noch besser als der Vorgänger
Von: eschenbuch Datum: 23.08.2026
Inhalt: Ein neuer Fall wartet auf die beiden BKA-Spezialisten Peter Gerink und Dino Scatozza: Eine Urlauberin ist nach einer Party in der Athener High-Society spurlos verschwunden. Umgehend steigen die beiden in den Flieger nach Griechenland, wo sie neben einem unübersichtlichen Tatort und unkooperativen Amtskollegen auf Elena Gerink, Privatdetektivin und Ehefrau von Peter, treffen. Diese ermittelt in einem eigenen Fall: Ein 15 Jahre zurückliegender Mord, der zu einem Cold Case geworden ist. Doch jüngst sind neue Informationen über den damaligen Hauptverdächtigen herausgekommen, der sich nach Griechenland abgesetzt hatte…
Persönliche Meinung: “Herzfluch” ist ein Thriller von Andreas Gruber. Es ist der zweite Band um das Ermittlerehepaar Elena und Peter. Die Handlung ist in sich abgeschlossen und auch die Figuren sowie deren Beziehungsgeflecht werden ausführlich vorgestellt, sodass man nicht zwangsläufig den ersten Band “Herzgrab” gelesen haben muss, um dem 2. Band folgen zu können. Erzählt wird die Handlung hauptsächlich aus den personalen Perspektiven von Peter und Elena, die in ihren jeweiligen Fällen ermitteln. Zwischendurch finden sich aber immer wieder kurze Rückblicke, die das Verschwinden der Urlauberin sowie den Cold Case näher beleuchten. Die Handlung des Thriller besitzt einen schönen Komplexitätsgrad: Neben den Fall um die verschwundene Urlauberin und den Cold Case tritt ein weiterer Vermisstenfall (ein Junge wurde im Urlaub entführt), den Peter und Dino ebenfalls lösen müssen. Zu der Handlung möchte ich ansonsten gar nicht zu viel vorwegnehmen. Nur: Durch die unterschiedlichen Fälle ist sie sehr fesselnd, permanent spannend und gespickt mit überraschenden Wendungen (wirklich großes Kino, wie die Fälle miteinander verflochten werden!). Im Schlussakt finden sich zudem einige schön schaurige, abgründig beschriebene Szenen, die auf einer abgelegenen Privatinseln spielen (hierauf würde ich gerne noch genauer eingehen, kann es aber aufgrund Spoilergefahr leider nicht). Der Schreibstil von Andreas Gruber ist sehr anschaulich und flüssig zu lesen, sodass die etwas mehr als 600 Seiten des Thrillers wie im Flug vorbeiziehen. Insgesamt ist “Herzfluch” ein spannender, kurzweiliger und atmosphärisch geschriebener Thriller, der mir sogar noch eine Spur besser gefallen hat als der erste Band.