Beklemmend. Unbehaglich. Fantastisch.
Von: sonnenseiten_des_lesens Datum: 09.05.2026
Das Eulentor von Andreas Gruber
Goldmann Verlag | 432 Seiten
Eine Expedition in der Arktis, eine eisige, unerforschte Insel, Tod und Wahnsinn – mehr Worte braucht es nicht, um mein Interesse zu wecken. Es ist 2021 und wir reisen mit Neele Tujunen auf eben jene Insel. Nach und nach wird klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Atmosphärisch beschreibt der Autor die karge, unwirtliche Landschaft und die Stimmung in der Gruppe. Allmählich geraten wir stets tiefer in eine unglaubliche Geschichte und befinden uns alsbald in einer Situation, die immer auswegloser erscheint. Retrospektiv begleiten wir darüber hinaus die Expedition von Alexander Berger. Beide Erzählstränge sind gleichermaßen düster, wobei das Buch grundsätzlich von einer unterschwelligen Spannung lebt, denn das unerklärliche Grauen ist nicht immer greif-, aber dennoch spürbar. Zeitweise hat mich die Art des Schreibens an „Die Berge des Wahnsinns“ von Lovecraft erinnert. Wobei DAS EULENTOR hier ein stückweit weniger beklemmend, weniger unbehaglich und weniger fantastisch daherkommt, obwohl all diese Begriffe auch diesen Horror beschreiben würden. Alles in allem habe ich diesen Horrorthriller, und mein erstes Buch von Andreas Gruber, gerne gelesen. Es hat mich kurzzeitig in eine düstere, übernatürliche Welt entführt. Was es letztendlich jedoch mit dem Eulentor auf sich hat, das müsst ihr natürlich selbst nachlesen.